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Frauenhaus Rhein-Erftkreis e.V.



Gewalt gehört zum Alltag unzähliger Frauen und wird oftmals gar nicht als solche wahrgenommen. Zur Gewohnheit gewordene tradierte Rollenvorstellungen zwischen Frauen und Männern führen zur Unterdrückung der Frauen und schreiben ihnen „typisch weibliche” Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, die einer freien Persönlichkeitsentfaltung im Wege stehen.

 

Gewalt gegen Frauen gibt es in verschiedenster Form, die längst nicht nur körperliche Misshandlungen beinhaltet. Ebenso schwer wiegen die seelischen Angriffe, denen sich Frauen ausgesetzt sehen, wie Demütigung und Erniedrigung durch verbale Gewalt, Drohungen, Belästigung, permanente Kontrolle oder Entzug finanzieller Mittel.

 

Gewalt gegen Frauen zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten und ist bei weitem nicht nur auf sozial benachteiligte Schichten oder das häusliche Umfeld begrenzt. Die Orte, an denen Frauen zum Opfer männlicher Gewalt werden, sind fast unbegrenzt: am Arbeitsplatz, an der Universität, auf Ämtern, in Geschäften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Freizeit… Verbale sexuelle Belästigung, aufgezwungene Gespräche, „zufällige“ Berührungen bei öffentlichen Veranstaltungen oder im Menschengedränge, aufdringliche Blicke bis hin zu konkreten tätlichen Angriffen ist jeder Lebensbereich von Frauen überschattet mit der Möglichkeit, Gewalt zu erfahren.

 

Die Zahl der Frauen, die sich anschließend noch rechtfertigen und verteidigen muss und eine „Mitschuld“ an der Gewalt zugesprochen bekommt, ist immens. Parteilichkeit für die Frauen ist daher ein Grundsatz unserer Arbeit im Frauenhaus.

 

Viele Frauen ertragen die Misshandlungen über Jahre, aus Angst, Schamgefühl und der Hoffnung, dass „er“ sich doch noch ändert. Aus diesen Ängsten und Abhängigkeiten auszubrechen, stellt ein großes Problem dar. Gesellschaftliche Klischees und Vorurteile, mit denen betroffene Frauen zu kämpfen haben, verschärfen die Situation zusätzlich.